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26. Januar 2011

Abschied von Indien

Abgelegt unter: Allgemein — admin @ 22:41

So, dies wird jetzt wohl mein letzter Blogeintrag aus Indien, denn morgen geht der Flug Richtung Heimat. Ich freu mich sehr euch alle wieder zusehen, aber andererseits bin ich auch sehr traurig drüber, dass ich jetzt gehen muss. Ich hatte eine unglaublich tolle Zeit hier mit den Kindern und den Schwestern. Wer weiß, wann ich sie wieder sehen werde, denn mit 18 Jahren müssen die Kinder das Kinderheim verlassen (eine Vorgabe von der Regierung) und wann ich die Schwestern wieder treffe, ist auch so eine Sache. Die Schwestern müssen nämlich ungefähr alle 3 Jahre die Stationen wechseln. Ein Wiedersehen ist also ungewiss und das macht schon etwas traurig. :-(

Jetzt aber noch einmal zu den Geschehnissen der letzten Zeit. Am 7. Januar 2011 ging es mit dem Zug nach Goa. Schon allein diese Zugfahrt war ein Highlight. Wir (eine Freundin und ich) hatten jeder eine Liege in einer etwas höheren Klasse, da wir ja mit Gepäck gereist sind. Zuerst habe ich gedacht, wenn ich in Indien mit dem Zug gefahren bin, werde ich mich nie wieder über die DB beschweren, aber so im Nachhinein… So ist z.B. immer jemand vorbeigekommen bei dem man Tee oder Kaffee kaufen konnte, aber auch Leute mit Frühstück, Mittagessen, Abendbrot oder Snacks. Außerdem war das Essen echt gut, nicht so ein billiges Essen wie in Deutschland. Ein weiteres Highlight bei der Zugfahrt waren die offenen Türen. Es ist wirklich unglaublich, man kann sich einfach so bei einem fahrenden Zug an die offene Tür stellen oder setzen und rausgucken. Wurde natürlich auch gleich gemacht, geht in Deutschland ja schließlich nicht. Am Anfang war noch ein gesunder Respekt vorhanden, der ist mit der Zeit aber verflogen. Wenn der Zug zwischendurch mal gestoppt hat, hieß es aussteigen und auf den Gleisen spazieren gehen. AMAZING!!

Goa hat mich sehr beeindruckt. Es ist ein wunderschönes Gebiet mit ganz vielen Palmen, Flüssen, Seen und natürlich dem Arabischen Meer! Wir waren mehr im Landesinneren und somit nicht umgeben von Touristen, die es ja in Goa leider viel zu viel gibt. Ich dachte, dass die Inder mehr an Touristen gewöhnt sind, tja falsch gedacht. Als wir nämlich an den Strand gefahren sind, warnen innerhalb kürzester Zeit eine Horde Inder um uns herum. Ich möchte anmerken, dass wir nicht im Bikini waren, sondern Hose und T-Shirt anhatten. Sie fanden es wohl sehr interessant, dass wir damit schwimmen gegangen sind, dabei gehen auch manche Inderinnen, vor allem in Goa in Hose und T-Shirt schwimmen. Als sie dann irgendwann nur noch knapp 3 m mit ihren Handys von uns weg standen und ganz dreist Fotos machten, ist es uns dann zu viel geworden und die Schwestern haben sie zusammengestaucht. Mich hat das ganz schön geschockt und ich habe mich auch sehr unwohl gefühlt, trotz Hose und T-Shirt. Diese Aufdringlichkeit und Unverfrohenheit finde ich ganz schön heftig.

Eins der besten Erlebnisse das wir in Goa hatten, war unser „Wir benehmen uns wie ein Affe“ Nachmittag. Eigentlich wollten wir uns nur das Gelände von den Schwestern in Rivona angucken. Auf dem Weg dorthin fanden wir dann eine Kokosnuss und hatten es uns in den Kopf gesetzt diese mit unseren Händen zu öffnen. Wir hatten es vor ein paar Tagen schon mal geschafft. An einem kleinen Bächlein mit riesigen Steinen angekommen, versuchten wir dann versucht erst mal die äußere Schale abzubekommen. Auf einem Stein hockend und mit einem spitzen Stein in der Hand, sind wir uns fast wie Affen vorgekommen. Gar nicht so leicht diese blöde äußere Schale zu entfernen. Nach einiger Zeit und viel Kraftaufwand haben wir es aber geschafft und mit einem kleinen, spitzen Stein haben wir dann ein Loch in die Kokosnuss gebohrt und die Milch getrunken. Diese Vorgehensweise war schon sehr primitiv, vor allem auch, weil es dafür Werkzeuge gibt, aber so hat es uns einen riesigen Spaß gemacht.

Nach Goa stand Delhi auf dem Plan. Die Fahrt dauerte ungefähr 30 Std. und hat genau so viel Spaß gemacht, wie die nach Goa. Wir haben auch wieder eine Menge netter Leute getroffen. Der erste Eindruck von Delhi war aber schrecklich. Kaum waren wir aus dem Zug gestiegen, wollte ich wieder zurück nach Mumbai. Im Laufe der Tage ist das Gefühl auch nicht besser geworden. Ich kann nicht wirklich sagen warum, aber ich finde Delhi fürchterlich. Das „International Youth Hostel“ in dem wir die ersten zwei Nächte schliefen, war im Diplomatenviertel. Dieser Bereich und eigentlich ganz New Delhi ist total britisch, ich glaube das war’s, was mich so überfordert hat. 3 ½ Monate im typischen Indien zu leben und dann in einen Bereich zu kommen, der so anders ist, der so westlich erscheint aber dennoch indisch ist, deprimiert einen schon ziemlich. Außerdem kann man in Delhi niemandem trauen, also wirklich niemandem, die wollen dich nur abziehen und bescheißen dich ohne Ende. Soll jetzt aber nicht heißen, das Delhi nur der Horror war, denn es gab auch schöne Dinge. Unser zweites Quartier lag in einer Gegend, die schon viel besser oder besser gesagt für mich viel angenehmer war, da es dort indischer war. Außerdem haben wir einen Ausflug nach Agra gemacht, um uns das Taj Mahal anzugucken. Das war schon ziemlich krass! Selbst als wir davor standen, konnten wir es nicht glauben, dass das vor uns nun wirklich das Taj Mahal ist. Trotzdem war ich sehr froh, als es wieder nach Mumbai ging und die ganze Autofahrt vom Flughafen zu den Schwestern musste ich lächeln, da ich so froh war wieder „Zuhause“ zu sein.

Ich habe sehr viele tolle Sachen hier in Indien erlebt, leider in der letzten Woche auch nicht so schöne, da wir einen Todesfall hier hatten, mit dem niemand gerechnet hat und der uns alle schwer erschütterte. Aber auch das habe ich zusammen mit den Schwestern und Kindern bewältigt. Die Kinder, Postulaten und Schwestern sind mir so ans Herz gewachsen, dass ich im Moment eigentlich gar nicht gehen möchte und eine Sache ist sicher, ich werde so schnell wie möglich wieder hierher kommen!

Ich freu mich sehr, euch alle ganz bald wieder zu sehen!

Ganz viel Liebe aus dem sonnigen Indien

Clara

5. Januar 2011

Spannende Tage

Abgelegt unter: Allgemein — admin @ 09:14

So, da ich gerade ein etwas Zeit habe, dachte ich mir, ich melde mich mal wieder bei euch. Der Weihnachts- und Neujahrsstress ist nun vorbei und es kehrt so langsam wieder Ruhe ein.

Weihnachten war super schön, auch wenn ich tatsächlich ein bisschen Heimweh hatte. Weihnachten bei 30°C ist halt doch ein bisschen komisch. Wie schon erwähnt hatten wir am 23.12 Christmas tree. Bevor die Kinder aber ihre Geschenke bekommen haben, gab es ein kleines Programm mit Tanz und Schauspiel. Danach fand eine Andacht statt, wie auch die Tage davor. Sie „gezeigte“ das Maria und Joseph auf dem Weg sind und zum zweien Mal an die Türen klopfen. Der 24.12 war dann sehr stressig. Die Kapelle musste geschmückt werden, die Kinder vorbereitet und noch ein letztes Mal geübt werden. Um 22.00 Uhr war dann Christmette, wieder mit viel Gesang und Tanz. Es war sehr schön mal nicht so einen stocksteifen Gottesdienst mitzuerleben. Nach der Messe sind wir alle ins Mutterhaus gegangen und haben uns frohe Weihnachten gewünscht haben, zusammen gesungen und Kaffee getrunken. Die Schwestern haben dann mit ihren Christmas Partnern die Geschenke ausgetauscht. Da ich nicht bei den Schwestern mitgemacht habe, sondern bei den Postulaten bin ich anschließend noch mit ihnen mitgegangen und wir haben unsere Geschenke ausgetauscht und haben zusammen auf verschiedenen Sprachen Weihnachtslieder gesungen. Verschiedene Sprachen daher, da man in den einzelnen Bundesstaaten in Indien verschiedene Sprachen spricht und die Mädchen aus verschiedenen Bundesstaaten kommen.  Am 25.12 und 26.12 waren dann verschiedene Programme hauptsächlich mit Musik, Spielen und Tanz. Ja, hier wird sehr viel getanzt und gesungen. An den folgenden Tagen gab es zwei kleine Wettbewerbe für die Kinder. Dafür wurden sie in vier Gruppen eingeteilt. In dem ersten Wettbewerb mussten sie Personen, Sachen oder ähnliches verkörpern, die gekommen sind um uns frohe Weihnachten zu wünschen. Das Aussehen, die Sprache und das Verhalten mussten natürlich passen. Der zweite Wettbewerb, wie könnte es anders sein, war eine Art Singwettbewerb. Zuerst musste die ganze Gruppe zusammen singen (Weihnachtslieder) und passend zu dem Gesungenen spielen und als Zweites gab es aus jeder Gruppe drei Solo Sänger.  Es gab also immer was zu tun. Auf Weihnachten folgt ja bekanntlich Silvester und da hieß es dann auch wieder eine Messe vorbereiten. Nicht nur eine Messe sondern auch noch eine Art Andacht. Warum auch immer wurde ich gefragt ob ich nicht das Arti (wie man es schriebt weiß ich nicht), hat ungefähr den gleichen Sinn wie das Weihrauchschwenken, übernehmen möchte und zusätzlich auch noch ein paar Fürbitten. Ich und etwas vor ganz vielen Menschen in ein Mikrofon und dann auch noch auf Englisch vorlesen, na super! Wiedererwartend hat beides doch ganz gut geklappt und alle waren sehr zufrieden mit mir. Nach der Andacht wurde dann der alte Mann verbrannt, der das alte Jahr symbolisiert. Um 22.00 Uhr ging es dann Mitternachtsmesse und anschließend haben wir uns alle ein frohes neues Jahr gewünscht, Neujahrskaffee getrunken und uns das sehr kleine Feuerwerk angeguckt. Merkwürdigerweise war auf einmal der ganze Stress vorbei und ich hatte nichts mehr zu tun, andererseits hatte ich jetzt endlich mal wieder Zeit zum Schlafen. :D

Jetzt kommt wohl mit die spannendste Zeit, denn morgen kommt eine Freundin aus Deutschland nach Indien und wir sind zwei Tage hier in Mumbai und dann geht es ab in den Süden nach Goa. Ich freue mich schon total, da Goa wohl sehr schön ist und super Strände haben soll. Wir werden dort auch bei den Schwestern wohnen, da es wesentlich praktischer ist jemanden zu haben, der Goa kennt und einen rumführen kann. Am 12.1 geht es dann nach Delhi, aber vorher müssen wir eine 30stündige Zugfahrt beschweren. Ich glaube danach werde ich mich nie wieder über die DB beschweren. Ich glaube Delhi wird so das größte Abendteuer, da wir noch keinen Schlafplatz haben. Habe zwar schon eine Jugendherberge rausgesucht, aber wir müssen vor Ort buchen und sie dann auch erst einmal finden. (Hmm das hätte ich jetzt vielleicht nicht schreiben sollen. Werde morgen wahrscheinlich einen panischen Anruf von meiner Mutter bekommen. Hab dich lieb Mama!) Wir wollen uns dann das echte Taj Mahal angucken und mal schauen was wir sonst noch so interessantes finden, bzw. was ich noch so finde, da meine Freundin schon am 15.1 weiter fährt. Sie wird für 3 Monate in einem Umweltprojekt in einem nördlich gelegenen Dorf arbeiten. Am 18.1 geht dann mein Rückflug nach Mumbai und ich habe noch ein paar Tage hier um mich von der Kälte in Delhi zu erholen. Wie ich heute erfahren habe, gibt es in Delhi keine Heizungen. Wie ich die Tage da überstehen soll, weiß ich noch nicht.

Liebe Grüße

Clara

31. Dezember 2010

Frohe Weihnachten

Abgelegt unter: Allgemein — admin @ 07:21

Leider kommen meine Weihnachtsgrüße etwas spät, da das indische Internet macht was es will. :)

Also ich wünsche euch trotzdem noch frohe Weihnachten hoffe ihr hattet schöne Feiertage.

Außerdem wünsche ich euch einen guten Rutsch ins neue Jahr und das aller Beste für 2011!

Sonnige Grüße in die Heimat

Clara

20. Dezember 2010

Neues aus Indien (Zeitraum vom 20. November bis 19. Dezember)

Abgelegt unter: Allgemein — admin @ 18:56

Nach langer Zeit, habe ich jetzt endlich mal wieder Zeit gefunden euch zu schreiben.

Am 20. November bin ich aus Vehloli und Assangaon wieder zurück nach Mumbai gekommen und hatte genau einen Tag Zeit um mich von der Fahrt auszuruhen, denn am Montag ging der Schulalltag wieder los.

Pünktlich zum Schulbeginn lag Sr. Bridget mit Malaria und Fiber im Krankenhaus. Das Problem an der Sache war, das auch Sr. Yvette nicht hier war, denn sie zum Urlaub nach Hause gefahren. Also waren nur noch Sr. Pratiksha und ich da. Da an dem kommenden Sonntag der 1. Advent war und hier für einiges vorzubereiten war, hatten wir alle Hände voll zu tun. Morgens habe ich weiterhin die Kinder unterrichte und anschließend ging es ins Büro Laternen basteln. Erst wurden Muster auf schwarze Pappe gezeichnet, diese wurden dann ganz feinsäuberlich ausgeschnitten und anschließend wurde buntes Papier auf die Pappe geklebt. Insgesamt mussten wir 12 Stück basteln und waren froh, dass wir es vor dem 1. Advent geschafft haben. Außerdem mussten die letzten Weihnachtsbriefe übersetzt, bemalt und fertig gestellt werden.

Wir haben hier ja jeden Tag Messe, aber zusätzlich zu den Sonntagsmessen gibt es jetzt an jedem Adventssonntag eine Abendandacht (hierfür wurden die Laternen benötigt), um sich auf Weihnachten einzustellen. Wir hatten also für den ersten Adventssonntag sowohl die Messe wie auch die wöchentliche Andacht vorzubereiten. Es mussten zwei verschiedene Lesungen und Evangelien rausgesucht und verteilt werden. Daneben mussten die verschiedenen Lieder einstudiert und die Kinder vorbereitet werden. Gott sei Dank sind wir aber mit allem rechtzeitig fertig geworden und es war eine gelungene Andacht.

Zwischenzeitig war noch der Geburtstag von Sr. Pratiksha und ich habe mich der Herausforderung gestellt hier in Indien einen Kuchen zu backen, gar nicht so leicht. Nach ein paar Anfangsschwierigkeiten hat es dann aber doch ganz gut geklappt. Zumindest bis zu dem Punkt, als ich ihn aus dem Ofen nahm. Ich hatte ein Russischen Zupfkuschen gebacken, der in der Mitte ja mit einer Art Pudding gefüllt ist. Eigentlich wollte ich ihn erst auskühlen lassen bevor ich versuche ihn aus der Form zu nehmen. Es war nämlich keine Form die man auseinander nehmen kann. Nur leider wollten die Schwestern bzw. die Schwester, welche zuständig für die Küche ist, mir nicht ganz glauben und meinte ich kann denn Kuchen jetzt schon heraus nehmen. Es geschah natürlich das, was ich erwartet hatte und der Kuchen ist in der Mitte zerbrochen. Die untere Hälfte ist in der Form geblieben. Da die Zuckerschrift mich dann auch noch im Stich gelassen hat war ich an dem Abend ziemlich deprimiert, da ich so viel Liebe und Arbeit in das Backen gesteckt hatte. Für die Zukunft weiß ich, dass ich mir bei solchen Sachen nicht mehr rein reden lassen werde. Aber Sr. Partiksha hat sich trotzdem sehr gefreut. Wir haben den Kuchen in der Form gelassen, damit es besser aussieht. Da er allen sehr gut geschmeckt hat war die Arbeit doch nicht umsonst gewesen und es war fast alles vergessen.

Nach ca. 1,5 Wochen war Sr. Bridget dann wieder hier und es ging weiter mit der Arbeit. Da sie erst seit Juni dieses Jahres hier angefangen hat, musst einiges umstrukturiert werden. Wir haben damit begonnen, die Dokumente der Kinder neu zu sortieren. Die Dokumente der Kinder, die nicht mehr hier sind, wurden aussortiert und die, von den noch anwesenden Kindern, wurden in neue Ordner abgeheftet. Aber wie gesagt wir haben nur angefangen, da es mit großen Schritten auf Weihnachten zu geht. Am 6.Dezember ist Sr. Yvette aus ihrem Urlaub wieder gekommen. Somit waren nun alle Schwestern wieder in Bal Bahavan und die Weihnachtsvorbereitungen konnten losgehen. Gar nicht mal so einfach bei 150 Kindern, 50 Schwestern und noch diversen weitern Personen hier. Es wurden nämlich nicht nur Geschenke für die Kinder gepackt, sondern auch für die Schwestern, Postulants, Candidats, Krankenschwestern und für die Arbeiter, die hier wohnen. Insgesamt hat das glaube ich so ca. 10 Tage gedauert.

Die Geschenke bestehen aus einer Tüte gefüllt mit verschiedenen Duschseifen, Seife um die Kleidung zu waschen, Waschpulver, Bürste um die Kleidung zu waschen, Zahnpasta, Zahnbürste, Kokosnussöl für die Haare, Creme, Talk Puder (wird wie Deo benutzt), Unterwäsche, eine Art Nachthemd und etwas Süßes. In die Tüten der Kinder haben wir zusätzlich noch ein Set Kleidung getan. Die Geschenke der Schwestern und der andern wurden aus Zeitgründen schon zum Ende der letzten Woche überreicht. Die Geschenke der Kinder und ein weiteres Kleidungsset, welches separat ist und in der Christmette angezogen wird, werden vor dem Haus aufgestellt und jedes Kind muss seine Tüte suchen. Da am 24.12 keine Zeit dafür ist findet es schon am 23.12 statt und ist wie eine kleine Party für die Kinder. Es wird gesungen, getanzt und es wird ein kleines Drama aufgeführt. Eigentlich gehört zu den Kleidern die sie für die Messe bekommen noch passender Schmuck, den bekommen sie aber erst am 24.12. da sie ihn zuvor verlieren würden.

Zur Zeit heißt es üben, üben, üben, da die Kinder die Christmette gestalten und es muss noch einiges vorbereitet werden. Seit Anfang Dezember ist jeden Abend singing practice, außerdem werden diverse Tänze eingeübt und auch ein kleines Krippenspiel. Ein paar Kinder begleiten „Stille Nacht“ auf der Flöte und da ich als Kind selbst Flöte gespielt habe, soll ich mit ihnen üben und sie in der Christmette unterstützen. Was mich allerdings dazu geleitet hat ja zu sagen, als ich gefragt wurde die Gesangsstimme von Josef beim Krippenspiel zu übernehmen weiß ich allerdings nicht!

Ich finde es super interessant mal eine andere Art von Weihnachten kennen zu lernen. Gestern z.B. haben alle Departments angefangen ihre Krippen zu bauen, so dass man jetzt um die 6/7 Krippen bestaunen kann.

Trotz all der schönen neuen Erfahrungen vermisse ich die Weihnachtszeit in Berlin ein wenig. Der Schnee, die Weihnachtsmärkte, die Lichter in den Straßen und der Duft von frischen Plätzchen und Weihnachten überall, fehlt.

Ich wünsch euch allen eine frohe Vorweihnachtszeit, schöne Festtage und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Liebe Grüße aus dem sonnigen Indien.

14. November 2010

Diwali und anderes

Abgelegt unter: Allgemein — admin @ 16:11

Die zurückliegenden Tage waren wieder so ereignisreich, dass mir erneut der Beginn meines Berichtes schwer fällt.

Ich fang am besten mit Diwali an.

Diwali ist eins der wichtigsten Feste für die hinduistische Kultur und ist mit unserem Weihnachtsfest zu vergleichen. Im Norden Indiens ist es zugleich der Beginn des neuen Jahres. Es ist das Fest des Lichtes, durch kleine Kerzen an Hauseingängen und Fenstern, soll den Seelen der Toten der Weg in die Seligkeit gezeigt werden.

Ein anderer wichtiger Bestandteil des Festes ist es, dass die Leute neue Kleider tragen, also wirklich neue Kleidung. Sie haben meistens sehr helle Farben und sind mit Pailletten bestickt.

Diwali wird eigentlich am 5.11. mit einem großen Feuerwerk gefeiert, aber schon Tage davor beginnen die Festlichkeiten. Da viele der Kinder nicht dem christlichen, sondern dem hinduistischen Glauben angehören haben auch wir Diwali gefeiert. Am 3.11. wurde der Essenssaal mit ganz vielen kleinen Kerzen und einem bunten Rangoli (Sandmalere) in der Mitte geschmückt. Danach gab es eine kleine Prozession mit dem Allerheiligsten und ein paar Kerzen und anschließend wurde ein kleiner Gottesdienst bzw. eine Andacht zum Thema Licht gefeiert. Danach hatten die Kinder ein ganz kleines Feuerwerk draußen, hauptsächlich mit Wunderkerzen. Am 4.11. wurde an jedem Hauseingang ein Rangoli gemalt und dieses mit Kerzen geschmückt. Am 5.11. wurde dann richtig gefeiert. Die Kinder haben weitere Rangolis gemalt. Draußen wurden überall Kerzen angezündet und dann ging das Feuerwerk los. Es war ungefähr so wie bei uns an Silvester nur noch viel, viel lauter. Ich habe mich auch wie an Silvester gefühlt und hatte das Bedürfnis jedem ein frohes Neues Jahr zu wünschen.

Da die Kinder an Diwali Ferien haben und der größte Teil nach Hause gegangen ist, von ca. 125 Kindern sind noch 15 da geblieben, habe ich die Gelegenheit genutzt und bin aufs Land gefahren. Ich bin jetzt für ca. 2 Wochen hier und genieße die frische Luft, denn der Smog in Mumbai ist doch ganz schön heftig.

Ich verbringe ein paar Tage in Assangaon und ein paar Tage in Vehloli. Da beide Stationen Waisenhäuser für HIV kranke Kinder haben, habe ich auch was zu tun und kann mich mit den Kindern beschäftigen.

Ansonsten lese ich viel und habe seit neusten eine kleine Leidenschaft fürs Malen und Zeichnen entdeckt.

Am 20.11. geht es dann zurück nach Andheri, da am 22.11. die Schule wieder anfängt und die Kinder dann Sachen für Weihnachten einstudieren müssen, wobei ich helfen soll. Aber im Moment kann ich noch nicht wirklich an Weihnachten denken. Ich kann mich einfach nicht damit abfinden, dass es an Weihnachten warm sein wird. Naja, mal schauen, vielleicht wird es ja noch was mit der Weihnachtsvorfreude.

Jetzt genieße ich aber erst einmal meine Zeit hier.

Liebe Grüße

5. November 2010

Meine Nachbarn

Abgelegt unter: Allgemein — admin @ 14:34

Heute möchte ich euch einmal meine Nachbarn vorstellen.

Da wären zuallererst die ganzen Kriechviecher, wie Ameisen. Sobald man nicht aufpasst und auch nur etwas zu essen herumliegen lässt, gesellt sich darum eine Horde von ihnen. Dann ist man erst mal mindestens 5 Minuten damit beschäftigt, jede einzelne Ameise zu zerquetschen. Dies gelingt kaum, da sie verdammt schnell sind.

Dann hätten wir hier auch noch die Moskitos. Dazu brauch ich glaube ich nicht viel zu schreiben, außer dass sie hier ein bisschen anders aussehen. Sie sind nämlich viel dunkler und ein bisschen kleiner. Wenn die Moskitoplage zu groß wird, wird ein Auto bestellt, welches dann das gesamte Gelände in einen weißen Nebel hüllt, der angeblich die Moskitos abtötet.

Leider zählen zu meinen Nachbarn auch ein paar Schaben, die sich aber Gott sei Dank nicht in meinem Zimmer befinden. Ich habe sie nur einmal auf meinem Weg getroffen.

Zu den ebenso ungeliebten Nachbarn gehören die Krähen. Wenn ich könnte, würde ich sie alle erschießen. Sie schei… überall hin, machen einen enormen Lärm und wecken mich aus meinen schönsten Träumen. Sobald es hell wird, erwachen diese Viecher und müssen es der ganzen Welt mitteilen.

Ebensolche Schlaftöter sind die Hunde. Sie werden so gegen 22.00 Uhr raus gelassen und spätestens dann sollte man sich in seinem Zimmer befinden, wenn man nicht von ihnen angegriffen werden möchte. Sobald die Hunde draußen sind, jagen sie irgendwelche Tiere (angeblich Ratten). Dies tun sie mit einem hohen Mitteilungsbedürfnis, sodass das Einschlafen manchmal etwas schwer fällt.

Wir haben auch ein paar Schlangen hier. An sich sind das sehr scheue Tiere. Läuft man irgendwo lang, verschwinden sie ganz schnell. Dennoch sind sie hier gar nicht gern gesehen und werden mit Vorliebe gejagt und verbrannt. Bei so vielen Kindern aber auch irgendwie verständlich.

Nun zu den lieber gesehenen Nachbarn.

Das wären zum Beispiel Eidechsen, obwohl sie eigentlich auch nicht so gern gesehen werden, zumindest nicht von den Kindern. Vielleicht liegt es daran, dass es hier so viele von ihnen gibt oder weil sie größer werden, als bei uns; wer weiß? Aber ich find sie süß und sehe sie gern. In meinem Zimmer muss ich sie trotzdem nicht haben. ;)

So, endlich sind wir bei den Tieren angelangt, die alle gern sehen.

Das wären zum einen die Schmetterlinge.

Sehr prachtvolle, gesellige und religiöse Tiere. Jeden Morgen lauschen sie gespannt dem Gottesdienst und erfreuen einen auch sonst mit ihrer Anwesenheit.

Zum anderen wären da die Katzen bzw. die Katze. Sie gehört hierher und ist somit keine herum streuende Katze. Sie hat ein super süßes Baby, um das sie sich liebevoll kümmert und mit dem sie ab und an draußen vor dem Fenster spielt.

So viel zu meinen Nachbar.

Slumbesuch

Abgelegt unter: Allgemein — admin @ 14:34

Am Samstag (30.10.2010) hat mich Sr. Mathilda mit in einen Slum genommen. Sie ist Sozialarbeiterin und besucht dort die Familien, um mit ihnen über ihre Probleme zu reden. In dem Slum gibt es auch ein paar Gruppen für Frauen, Kinder und Jugendliche, die von den Schwestern betreut werden.

Als wir aus dem Bus ausgestiegen und ein bisschen die Straße entlang gelaufen sind, sah alles ganz normal aus (für indische Verhältnisse). Auch auf den zweiten und dritten Blick konnte ich keinen Slum entdecken. Nur große relativ gutaussehende Wohnhäuser.

Sr. Mathilda hat mir dann erzählt, dass sich die Slums hinter den Wohngebäuden befinden. Dort lebt das Personal, so zum Beispiel die Wachleute und die Leute, die in den Gebäuden putzen.

Wenn man nicht weiß, wo sich der Eingang vom Slum befindet, geht man einfach daran vorbei. Hat man den Eingang aber erst einmal gefunden und den Slum betreten, erstreckt sich vor einem ein großes Labyrinth aus Wellblechhütten und engen Gassen.

Die Gerüche und Eindrücke, die in diesem Augenblick über mich kamen, sind so gut wie nicht zu beschreiben. Es stank unglaublich nach Abwasser, Fäkalien usw.

Als wir ankamen, war gerade Wasserzeit. In dem Slum gibt es pro Tag und für alle Familien (ich weiß leider nicht wie viele Leute in diesem Slum wohnen) nur 2 Stunden lang sauberes Wasser. Innerhalb dieser Zeit müssen sich dann alle Familien das Wasser für den nächsten Tag abfüllen.

Sr. Mathilda hat mich in drei Familien mitgenommen, mit denen sie zusammenarbeitet. Alle drei Familien hatten verschiedene Konfessionen. Die erste Familie war hindi und katholisch (Liebesheirat), die zweite war muslimisch und die dritte katholisch.

Auf dem Weg zur ersten Familie sind wir über halb befestigte Wegplatten gelaufen. Man musste höllisch aufpassen, dass man nicht ausrutscht oder in eine übel aussehende Pfütze tritt.Als wir die Hütte der ersten Familie betraten, standen wir sogleich im einzigen Raum dieser Behausung. Dieser Raum war Schlaf-, Wohn-, Ess-, und Kinderzimmer in einem. Nebenan war die Küche, die durch einen Vorhang vom Rest abgetrennt war.

Ach übrigens, die Leute müssen dafür auch noch Miete bezahlen und das nicht zu knapp.

Obwohl diese Leute in so ärmlichen Verhältnissen leben, besitzen sie doch wesentlich mehr Herzenswärme als so man reicher Europäer. Zumindest kann ich dies von den Familien sagen, die wir besucht haben, und ich denke dies auch von den anderen Familien, mit denen die Schwestern zusammenarbeiten.

So haben sie sich riesig gefreut, als die Schwester mit mir da ankam. Wir wurden sofort herein gebeten, uns wurde etwas zu trinken angeboten und dann haben sie eine ganze Weile mit uns geplaudert.

Die anderen Leute im Slum haben mich allerdings alle ein bisschen skeptisch angeschaut. Ein bisschen so, als würde ich von einem andern Stern kommen und so habe ich mich in dem Moment auch gefühlt.Nach dem wir die dritte Familie besucht hatten, hat mich Sr. Mathilda eine sehr schmale Gasse entlang geführt, vorbei an weitern kleinen Wohnbereichen zu einem „Fluss“. Wobei Fluss hier ein wenig übertrieben ist. Das Wasser war trüb vom ganzen Abfall der am Ufer und im Wasser lag. Sie erzählte mir, dass bei starkem Regen und beim Monsun der Fluss über die Ufer tritt und zum Teil das ganze Abwasser hoch in den Slum läuft. Da das alles nur sehr einfache Hütten sind, kommt es auch vor, dass das Wasser in die Hütten steigt, die nahe am Fluss stehen, und mit dem Wasser kommen auch die Ratten etc.

Und wie gesagt, für das alles müssen sie auch noch viel Geld zahlen.

Ziemlich bedrückend das Ganze.

26. Oktober 2010

Indien Styl

Abgelegt unter: Allgemein — admin @ 15:43

Es ist schon wieder so viel passiert, dass ich gar nicht weiß wo ich anfangen soll.

Als erstes sollte ich wohl mal erwähnen, dass ich jetzt eine „Bananenallergie“ habe. Also nicht wirklich. Da ich aber die ganze Zeit gefragt werde, ob ich denn nicht eine Banane essen möchte, habe ich jetzt eine Bananenallergie. Klar ich könnte auch sagen, dass sie mir nicht schmecken. Aber das funktioniert hier nicht! Diese Erfahrung musste ich mit Fisch machen oder besser gesagt mit Krabben. Die sind doch gar keine Fische und so gesund, du musst doch alles Mal probieren. Jedenfalls musste ich dann diese Krabbe probieren. Ich habe auch die Bananen probiert, so ist es ja nicht. Auch wenn sie hier zum Teil anders aussehen, schmecken tun sie gleich. :(   Ja, so bin ich zu meiner „Bananenallergie“ gekommen. Das ist zwar nicht die feine englische Art, aber was muss das muss.

Da die Schwestern viel von Leuten aus Deutschland unterstützt werden, sind hier des Öfteren deutsche Besucher. Eigentlich nicht schlecht, so kann ich ab und an mal wieder ein bisschen deutsch sprechen. Zugleich ist das aber auch total verwirrend, da immer eine Schwester dabei ist, die die Besucher herum führt. Dann deutsch zu sprechen ist ja schon ein bisschen unhöflich, da es ja kein anderer versteht und sich am Gespräch beteiligen kann.

Letzte Woche habe ich eine sehr nette Familie aus Deutschland kennen gelernt. Er stammt ursprünglich aus Indien, um genau zu sein aus St. Catherins, wurde aber mit 9 Monaten von einer deutschen Familie adoptiert.

Wie gesagt habe ich die Familie kennen gelernt und mich auch eine ganz Weile mit ihr unterhalten. Ich muss sagen, der Sohn hat mich ein bisschen an Benni und mich erinnert als wir noch klein waren. ;)

Bevor sie gingen, haben sie Sr. Shalini und mich zu sich eingeladen. Ein paar Tage später sind wir also zu ihnen ins Hotel gefahren. Ein sehr schönes Hotel direkt am Strand mit super Aussicht aufs Meer. Ich habe ja gehofft, dass ich die Sonne im Meer verschwinden sehe, aber durch den ganzen Smog hier in Indien war das leider nicht möglich. :(

Wir haben mit ihnen zusammen Abendbrot gegessen .Dabei habe ich erfahren, dass eine Bekannte von ihnen, die zurzeit auch in Indien ist, sich hier einen Internetstick gekauft hat. Jetzt werde ich mal die Tage mit ihr Kontakt aufnehmen, damit sie mir erklärt wo ich so einen Stick herbekomme. Dann kann ich endlich ins Internet gehen wann immer ich will und das von meinem Zimmer aus!!

Meine Erkältung ist weg und ich brauch nicht mehr die ganze Zeit in meinem Zimmer zu hocken. Kaum ist eine Sache weg kommt die nächste. Ich habe vor ein paar Tagen mit den Novizinnen Ball gespielt und nicht aufgepasst wohin ich trete und bin prompt auf einen Stein getreten (ich hatte keine Schlappen, da man damit nicht so gut rennen kann). Nach der Begegnung mit dem Stein war es erst mal aus mit dem Laufen und ich bin ins Krankenhaus um meinen Fuß zu kühlen. Da es nicht besser wurde habe ich später einen Verband bekommen und sollte zwei Tabletten h nehmen. Ich bin echt kein Fan von Tabletten und da es nur Schmerztabletten waren habe ich sie auch nicht eingenommen, so schlimm war es dann doch nicht.

Inzwischen geht es meinem Fuß aber besser.

So allmählich passe ich mich immer mehr ans Indische an. Meine Körpersprache ist schon ziemlich indisch. Heißt: Wenn ich eine Frage mit ja beantworten will wackele ich nur mit dem Kopf, oder wenn ich die Kinder frage ob sie schon Milch getrunken haben reicht es die Faust zu ballen und den Daumen an den Mund zu halten (wie eine Trinkbewegung).

Meine tägliche Frisur hat sich inzwischen auch an Indien angepasst. Soll heißen, ich habe sie zu einem Dutt zusammen gebunden, da es zu warm ist sie anders zu tragen. Des Weiteren habe ich jetzt einen Haufen bunter Glitzerarmreifen am linken Arm, die ich leider auch nicht mehr ab bekomme. Sr. Bright hat sie mir nämlich mit Mühe und Not und mit der Unterstützung von Seife über meine Hand „gestreift“. Außerdem habe ich inzwischen angefangen mit den Fingern zu essen. Tja Mama, die jahrelange Erziehung war umsonst, ich darf wieder mit dem Essen rummantschen. Das ist aber gar nicht so einfach, da ich das als Kind nicht durfte, muss ich es jetzt wieder neu lernen.

Am Montag kommt dann der letzte Teil meiner Anpassung. Man trägt hier in Indien nämlich entweder einen Sari oder eine Chudidar (das ist eine lockere Stoffhose mit einem Shirt, welches bis zu den Knien geht. Erinnert einen manchmal ein bisschen an einen Schlafanzug). Das es mir zu viel ist den ganzen Tag im Sari herumzulaufen lasse ich mir jetzt eine Chududar nähen und die ist am Montag fertig.

Ansonsten freue ich mich jeden Tag aufs Neue, dass ich hier bin, vor allem wenn ich sehe wie kalt es bei euch ist und wie warm ich es hier habe. Die Schwestern sind alles super lieb und die Kinder meistens auch, wobei es auch einige gibt, die ziemlich frech sind. Aber es ist ja nicht so, dass die Kinder von meiner bzw. unserer ;) Pfadfindergruppe nicht frech wären. Also komme ich damit schon klar.

Nur muss ich sagen, dass ich das Reiten doch ganz doll vermisse, denn es war immer ein Ort an dem ich mich von allem erholen konnte.

Liebe Grüße aus Indien

17. Oktober 2010

Angekommen

Abgelegt unter: Allgemein — admin @ 12:19

Inzwischen hat sich hier alles soweit eingependelt. Der Grund, warum ich Extraessen bekomme, ist dass das normale Essen einfach zu scharf für mich ist, und ich mich langsam an das Essen hier gewöhnen muss. Und der Extratisch ist der Tisch, an dem hauptsächlich die Leute sitzen, die in der Hierarchie ziemlich weit oben stehen (glaub ich zumindest). Da ich inzwischen die Leute hier auch kenne, sitze ich auch nicht mehr alleine am Tisch.

Inzwischen habe ich auch einen geregelten Tagesablauf:

6.30 Uhr Messe (Samstag und Sonntag um 7.00 Uhr)

ca. 7.00 Uhr Frühstück

8.00 Uhr Englischunterricht für die ganz Kleinen (nur unter der Woche)

10.30 Uhr Tee mit den Kindern

11.00 Uhr mit den Kindern spielen oder im Büro helfen

12.30 Uhr Mittagessen

13.00 Uhr Mittagspause

15.00 Uhr wieder ein bisschen im Büro helfen

16.00 Uhr Tee

16.30 /17.00 Uhr mit den Kindern spielen

19.00 Uhr mit ihnen zusammen beten

19.30 Uhr Abendbrot

20.00 Uhr frei

Der Tagesablauf variiert aber von Tag zu Tag und vor allem am Wochenende.

Erlebt habe ich auch schon ganz viel. Als Allererstes musste ich feststellen, dass es hier wesentlich härter zu geht als bei uns. Denn bauen die Kinder scheiße oder machen nicht das was man ihnen sagt, gibt es schon mal eins mit dem Rohrstock drauf, sowohl von den Schwestern wie aber auch von den Älteren. Das Problem ist, die Kinder wissen, dass sie bei mir nichts zu befürchten haben und sind dementsprechend manchmal ganz schön frech. Wird es mir zu blöd reicht es wenn ich ihnen sage, dass ich jetzt gehe und dann kriegen sie sich ziemlich schnell wieder ein.

Aber ansonsten sind die Kinder super süß und nett und wollen andauert das ich irgendwelche Lieder singe. Ich habe ihnen jetzt Gottes Liebe auf Deutsch beigebracht und sie mir auf Hindi, was durchaus nicht so leicht ist.

Ich glaube, wenn ich wieder nach Berlin komme, habe ich erstmals genug von Kirche, Beten etc. Jeden Morgen Messe und abends Rosenkranzandacht finde ich echt ganz schön übertrieben. Wobei ich sagen muss, dass es kein Vergleich zu Deutschland ist. Die Messe dauert so um die Halbestunde und es wird ganz viel gesungen und an Feiertagen auch getanzt, generell ist alles viel bunter hier. Die Rosenkranzandachten sind eigentlich auch ganz schön. Damit die kleinen Kinder dabei nicht einschlafen, laufen sie in Zweierreihen über das Gelände und beten und singen. Inzwischen wurde es aber nach drinnen verlegt, da sie zu viel Krach machen.

Ich habe inzwischen eine junge Frau kennengelernt, die bei dem anderen Orden ist. Es gibt hier einmal den Orden bei dem ich bin und dann gib es nebenan noch einen weiteren Orden mit Schwestern (St. Cathrin). Beiden Orden haben jeden Morgen zusammen Messe. Nach der Messe habe ich die Frau mal angesprochen und festgestellt, dass sie aus Amerika kommt und leider schon nächsten Donnerstag (21.10) fährt. Trotzdem haben wir beschlossen, dass wir mal was zusammen machen. Wir waren jetzt am Mittwoch (13.10) gemeinsam mit so einem Touribus in Mumbai und haben uns die Stadt angeguckt. Wir waren am Gateway of India, Taj Mahal Hotel, im Museum über die Entdeckung und Entwicklung Indiens…

Zurzeit bin ich leider ein bisschen krank. Hier sind so um die 30 °C. Sobald man einen Raum betritt, sind die Ventilatoren an; was eine gute Voraussetzung ist, um krank zu werden. Ich habe jetzt von den Schwestern verordnet bekommen, in meinem Zimmer zu bleiben und mich auszuruhen, damit ich ganz schnell wieder gesund werde. Ich habe mich nämlich strikt dagegen gewehrt ins Krankenhaus zum Arzt hier auf dem Gelände zu gehen.

Leider ist das mit dem Internet nicht so einfach hier, ich kann von meinem Zimmer nur rein, wenn die Schwestern auch gerade im Netz sind, deshalb werde ich leider nicht regelmäßig schreiben können.

So, das war es erst mal wieder, werde mich jetzt ein bisschen ausruhen und gesund werden.

Die aller liebsten Grüße aus Indien.

1. Oktober 2010

Start in einer anderen Welt

Abgelegt unter: Allgemein — admin @ 13:58

So Ich bin nun heil in Indien angekommen und total überwältigt!!

Da ich noch nicht so viel zu tun hatte habe ich mal meine ersten eindrücke zusammen gefasst ;)

Gestern bin ich in Mumbai gelandet. Kaum bin ich aus dem Flugzeug ausgestiegen, überkam mich eine Hitzewelle, sodass ich mich gefragt habe, warum zur Hölle ich eine Jeans und einen Pulli angezogen habe. In Indien ist es nach dem Monsun wieder richtig warm geworden, sprich wir haben hier um die 33°C dazu ist es auch noch sehr schwül.

Der Weg vom Flughafen zu den Schwestern (da wo ich wohne) war ein einziges Abenteuer. Ich frage mich warum die Inder keine Unfälle bauen. Fahren tun sie wie die abgeklopften, Blinker gibt es nicht, dafür aber eine Hupe, wenn die einmal nicht betätigt wird grenzt das schon fast an ein Wunder und Ampeln habe ich auf meinem Weg, bis auf eine, auch noch nicht gesehen. Möchte man über die Straße, so muss man einfach losgehen, denn wartet man auf eine Lücke steht man noch morgen dort.

Bei den Schwestern angekommen habe ich erst mal mein Zimmer bezogen. Man muss aufs Dach gehen unter den Wäscheleinen hindurchgehen und dann steht man vor meinem Zimmer, darin befinden sich zwei Betten eine Schrank und ein kleiner Tisch, also alles sehr schlicht. Um aufs Klo zu gehen oder mich zu Waschen muss ich wieder raus aufs Dach und zwei Türen weiter gehen.

Danach gab es essen und die zweite Überraschung für mich. Ich habe nicht das gleiche gegessen wie die Schwestern, nein ich hatte einen extra Tisch mit extra Essen, Gott sei Dank haben sich ein paar Schwestern zu mir gesetzt. Man kommt sich dabei schon ein wenig merkwürdig vor. Nach dem Essen hatte ich Freizeit und konnte mich ein bisschen vom Flug erholen. Ich habe ein bisschen geschlafen gelesen und mir die Gegend angeguckt. Da mir das dann aber irgendwann zu blöd war habe ich gefragt ob ich nicht irgendwie helfen kann, da haben sie mich verwirrt angeguckt, gelächelt und den Kopf geschüttelt. Also habe ich weiter gelesen, bis zum Abendbrot. Dies lief ungefähr wie das Mittagessen ab.

Nach dem Abendbrot haben die Schwestern frei, sie können ihre Wäsche waschen, beten, etc. also hatte ich wieder nichts zu tun. Da heute früh um 6.30 Uhr Messe war, habe ich mir gedacht etwas früher schlafen zugehen, damit ich dann fit bin. Dies stelle sich aber äußerst schwierig da, da es verdammt heiß war und die Hunde alle halbe Stunde gekläfft haben. Irgendwann habe ich dann aber doch geschlafen, glaube ich zumindest.

Heute Morgen fing dann der Tag um 6.30Uhr mit der Messe an, danach gab es Frühstück und ich saß wieder an einem extra Tisch. >.<  Danach gab es ein kleines Fest für die Novizinnen, denn die haben die Hälfte ihrer „Ausbildung“ hinter sich, wenn ich das richtig verstanden habe.>

Danach konnte ich endlich etwas tun!!! Um 8.30 Uhr ging der Unterricht für die ganz kleinen Kinder los. Die sind gerade dabei Englisch zu lernen und da sie noch fast gar nichts können kann ich ihnen sogar etwas beibringen. J Die Kinder haben so tolle Arbeitshefte in denen sie Wörter einkreisen müssen oder unter Bilder das entsprechende Wort schreiben müssen. Ein paar andere Kinder mussten mir vorlesen und die Wörter die sie nicht kannten mussten sie mir buchstabieren und ich habe ihnen dann gesagt wie man sie richtig ausspricht, also alles ganz einfach.

Nach dem Mittagessen dachte ich geht es für die Kinder weiter mit der Schule, tja falsch gedacht! Um 14 Uhr kommen die älteren Kinder von der Schule wieder und essen, danach haben sie noch einmal Unterricht oder so und ab 16/17 Uhr haben sie dann frei. Also habe ich wieder nichts zu tun. Schwester Regina (die mit am höchsten in der Hierarchie ist) meinte heute früh das ich entweder bei den Kinder oder bei den Alten helfen kann. Theoretisch könnte ich jetzt also in die Altenstation gehen und gucken ob ich da helfen kann, aber mal ganz ehrlich ich und alte Mensch, also wirklich alte Menschen mit denen ich mich auch nicht verständigen kann… das passt einfach nicht. Außerdem würde man wahrscheinlich wieder nur lächeln und mir sagen ich brauche nicht zu helfen. Ich glaube sowieso, dass die alle ein bisschen verwirrt über meine Hilfsangebote sind. Naja ich werde dann mal wieder ein bisschen lesen und wenn die Kinder dann frei haben mich mit ihnen beschäftigen.

Ach ja, ich werde den Oktober hier in Mumbai in Andheri bleiben. Momentan ist es einfach zu heiß und die Gefahr zu groß, dass ich irgendwie krank werde, außerdem haben die Kinder in Assangaon gerade Ferien und sind somit bei ihren Familien. Für den November werde ich dann nach Assangaon gehen, dahin wo ich eigentlich hin wollte. Danach werde ich wieder hierher kommen da sie anscheinend noch andere Praktikanten in dort haben und es sonst zu viel wird. Also bin ich im Dezember und im Januar hier in Mumbai. Vielleicht nutze ich den Januar auch um ein bisschen die Gegend zu erkunden. Aber das wird sich noch zeigen.

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